Jahrhunderten folgt, dass, ähnlich wie beim Bier, einfache Grundnahrungsmittel des Altertums zur Wasserverwandlung benutzt wurden und werden. Grundsubstanzen für jegliche Form von Malt-Whisk(e)y sind Gerste, Wasser und Hefe, beim Grain-Whisk(e)y werden zusätzlich zur Gerste fast alle anderen Getreidesorten mit verwendet, insbesondere Roggen, Weizen und Mais; der Gerstenanteil in dieser Zusammensetzung liegt meist unter 15-16 %.
Aus Wasser wird Whisk(e)y
Auch der Beginn des Umwandlungsprozesses von Wasser zu Whisk(e)y ähnelt dem historischen Bierbrauen. Bei der Malt-Produktion wird Gerste für ca. zwei Tage in Wasser eingeweicht, wodurch die Keimung ausgelöst wird. Im Verlauf von weiteren fünf Tagen wandelt sich die im Getreide vorhandene Stärke in Malzzucker um. Nach Entzug des Wassers und Trocknung des gewonnenen Malzes wird dieses gemahlen und mit heißem Wasser in großen Behältern, so genannten Maischbottichen, vermengt. Hierdurch wird der Zucker aus dem Malz herausgelöst. Die in dieser Masse verbleibenden festen Bestandteile werden abgefiltert, abgeführt und an „glückliche“ Tiere verfüttert. Im Produktionsvorgang verbleibt zur Weiterverarbeitung eine zuckerhaltige Flüssigkeit. Diese wiederum wird auf eine für das Gärverfahren notwendige Temperatur herabgekühlt, mit 1% Brauhefe versetzt und in Behältnisse, die in großen Brennereien heute bis zu 50.000 Liter fassen, gepumpt. Innerhalb eines Zeitraumes von nur zwei Tagen sind Zucker und Hefe zu „Mash“
vergoren, die einen Alkoholgehalt von rund 6% aufweist. Anschließend erfolgt die herkömmliche Destillation der vergorenen Maische zu stark alkoholischem Wasser. Über einen ersten Destillationsvorgang wird die Flüssigkeit auf einen Alkoholgehalt von etwa 25 %, in einem zweiten entsprechenden Vorgang auf einen von satten 70% verarbeitet. Unter Abweichung des Herstellungsverfahrens in fast allen schottischen Destillerien erfolgt nunmehr in allen irischen Brennereien ein dritter Destillierdurchgang, der das gewonnene Produkt nicht nur auf einen weiter erhöhten Alkoholgehalt von bis zu 80% bringt, sondern auch den späteren Geschmack des Endproduktes milder machen soll.
Die nach zwei oder drei Destilliervorgängen gewonnene hochprozentige Flüssigkeit hat mit dem Endprodukt Whisk(e)y, wie es in den Verkaufsregalen steht, jedoch noch nicht das Entfernteste zu tun. Die Flüssigkeit ist glasklar und hat in diesem Stadium noch einen sehr unangenehmen, scharfen Geschmack. Bis zum Testtrinken sollte man sich noch ein paar Jahre gedulden. Zur weiteren Reife zum Whisk(e)y wird die destillierte Flüssigkeit in große Eichenfässer gefüllt und zur Produktreife mehrere Jahre gelagert. Die Mindestlagerzeit von Whisk(e)y ist gesetzlich auf drei Jahre festgelegt. Viele Brennereien lassen ihre Produkte aber über eine längere Zeit, häufig zehn bis zwölf Jahre oder mehr, lagern und reifen. Nach Beendigung dieser Lagerzeit wird der Fassinhalt mit dem in der jeweiligen Brennerei verwendeten Wasser - meist Quellwasser - vermischt