US-amerikanischen Behörden, haben sich wieder was Neues ausgedacht. Verbrechen auf See – das ist wie Mord im Orient-Express. Was passiert ist, beschränkt sich erst mal auf den kleinen Kreis der Reisenden. Keiner kann ausbrechen, keiner hinzustoßen. Ein Vorteil für die Aufklärung. Freilich sind Prävention und Aufklärung dennoch an Land besser. Allerdings kann man die bekannten Fälle auch an einer Hand abzählen, will heißen: Kreuzfahrtschiffe sind nicht gerade ein Hort des Verbrechens. Aber genau da setzt die Regelwut der US-Behörden, die ja auch gleich immer für alle anderen Staaten mitdenken und ihnen ihre Regeln aufzwingen, wenn sie US-Häfen besuchen wollen, wieder ein: Demnächst sollen die Kabinentüren Türspione haben, einen zusätzlichen Türriegel (gut
gegen Staubsaugervertreter, aber davon gibt’s auf See so wenig!) und eine Kameraüberwachung auf dem Kabinengang. Also: Da hört sich doch wohl verschiedenes auf! Wenn ich unterwegs bin und flirte wieder mit meinem netten Steward, lass diskret den Kabinenschlüssel auf dem Tisch liegen – muss dann der Sicherheitsoffizier wissen, dass ich Besuch bekomme? Zum Schäferstündchen? Nee, da is’ aber der Zauber der Kreuzfahrt ein Stück weit dahin! Oder wollen die Herren Amerikaner uns noch das letzte Vergnügen an Bord rauben, das nix kostet...? Sollen wir diese Zeit auch noch in ihren Casinos zubringen? Apropos Sicherheitsoffizier: Der soll jetzt eine forensische Ausbildung bekommen. Also doch Hercule Poirot auf hoher See! Soll man da nun lachen oder weinen?
Soll man hoffen, dass all die Mühe für die Katz ist (die glückbringende Schiffskatz’, siehe oben), oder dass die Kriminalität so steigt, dass es sich am Ende lohnt? Vielleicht wäre folgender Tipp der Beste: Anpassung der Reisepreise. Und zwar nach oben. Wer jedem Sozialfall auf der Parkbank signalisiert: Komm an Bord, hier lebst du billiger – der muss sich nicht wundern, wenn er bald den sozialen Querschnitt einer amerikanischen Großstadt an Bord hat...
Also, Ihr werdet’s nicht glauben. Tidehäfen haben’s ja nie leicht. Da muss man manchmal ganz schön „basteln“, bis die Höhe zwischen Kaimauer und Luke, Kaimauer und Reling stimmt. Besonders bei kleinen Schiffen. So eines war kürzlich in Hamburg: Erstbesuch der LE BOREAL. Und mit der hatten die Jungs am Cruiseterminal nun echt ihre Probleme. Denn die Reling verschwand deutlich unter der Kaikante. Aber was wären meine Hamburger, wenn ihnen nicht was einfiele: Offenen Container an den Haken vom Ladekran, Kette vor, Schiff ein Stückchen weg von der Pier – und schon hatten wir einen Personenaufzug par excellence – selbstgemacht, made in Germany... Gut, dass es kein 3000-Pax-Dampfer war!
Kamerateam vom Schiffsreisen-TV zur Vorstellung eines neuen Schiffes, pünktlich vormittags um elf, und wird gefragt: Sind Sie denn Tagesgäste? – Nein, die Moderatorin ist Tagesgast, Kameramann und Redakteur bleiben über Nacht. Nachtgäste sind aber erst zu 16 Uhr eingeladen. „Dann sehen Sie sich doch einfach bis dahin die Stadt an!“ Hä? Wie jetzt? Wie macht man einen Fernsehbeitrag, wenn das Team nur in Etappen an Bord darf?
Und ganz begeistert waren die Redakteure auch, als ihnen das Wort „Kussmaulcruiser“ verübelt wurde (’tschuldigung, wenn damit auch gleich verraten wird, von wem) – und man ihnen statt dessen die Pressemeldungen des Veranstalters vor die Nase hielt – zum Abschreiben. Da hat wohl irgend jemand die Aufgabe der Kollegen missverstanden? Und unter uns gesagt: Da kann man den Firmennamen ruhig frisch und vierfarbig schreiben, die Kleinkariertheit im Denken, die dieser Beschwerde innewohnt, die riecht nun wirklich muffig wie alter Fisch.
Und zu guter Letzt...
tu’ ich nicht immer nur meine erlebten Geschichten aufschreiben, sondern meine Kollegen vom Schiffsreisen-Magazin erzählen mir auch manchmal, was sie so erleben. Da kommt doch das