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Wer schon einmal ein Schiff in der Werft gesehen hat, diesen scheinbar undurchdringlichen Ameisenhaufen von Stahlarbeitern und Innenausbauern nebst der eigenen Crew, der weiß: Beim Umbau und der Modernisierung eines Schiffes kommt es auf eine gute Teamleitung an. Jemanden, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, und der sie fest in der Hand hält. Der Umbau der ASTOR war in dieser Funktion die Bewährungsprobe für Julia Dieckhöner (25), Teamleiterin und Produktmanagerin bei Transocean in Bremen. Sie hat in Bremerhaven Cruise Industry Management studiert. Im Interview erzählt sie uns, wie sie die Herauforderung mit Bravour bestand und mit dem 80jährigen Innenarchitekten Hans Sabert zusammenarbeitete.
SR-M:
Frau Dieckhöner, wann ist Ihnen die ASTOR zum ersten Mal begegnet? Seit wann wissen Sie, dass es ein Kreuzfahrtschiff ASTOR gibt?
J. Dieckhöner:
Ich kenne die ASTOR und die damalige ASTORIA, seit ich vor meinem Studium ein Praktikum im Columbus Cruise Center in Bremerhaven gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit habe ich beide Schiffe besichtigt.
SR-M:
Wie war damals der Eindruck?
J. Dieckhöner:
Begeisterung, ganz einfach: Begeisterung. Ich habe viele Schiffe gesehen in der Zeit, aber die ASTOR hatte schon immer eine besondere Ausstrahlung, ein Schiff mit Persönlichkeit.
SR-M:
War die ASTOR der Auslöser für Ihre Kreuzfahrtbegeisterung, letztlich für den Studiengang CIM?
J. Dieckhöner:
Mein Fokus lag schon immer auf der Touristik. Und da ich gebürtig aus Bremerhaven bin, hatte ich zur Seefahrt schon immer eine Verbindung. Mein
Onkel ist Kapitän, so bin ich stets mit Meer und Schiffen in Berührung gekommen. Da schaut man sich natürlich auch auf der Suche nach Studienangeboten gern zuerst in der eigenen Heimat um. Die Verbindung Touristik und Schiff hat mich fasziniert, und im Praktikum hat sich diese Leidenschaft bestätigt.
SR-M:
Wie ging es nach dem Studium weiter?
J. Dieckhöner:
Ich habe zunächst bei einem Bremer Schiffsausrüster gearbeitet, parallel meinen Master in European Studies absolviert. Danach ging ich als Assis-
tentin der Geschäftsleitung für Projektmanagement zu Transocean.
SR-M:
Wie fiel Ihnen dann Ihr „Lieblingskind“ ASTOR als Umbauprojekt in den Schoß?
J. Dieckhöner:
Ich habe zunächst an vielen Projekten gearbeitet, zum Beispiel an der Entwicklung der Club Columbus Kreditkarte, die jetzt auf dem Markt ist. Andere Projekte im Flussbereich, zum Beispiel Verhandlungen um Charterverträge, habe ich betreut. So war ich auch von Anfang an in das Umbauprojekt ASTOR eingebunden, zunächst mehr in der Theorie, zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer. Wir haben zentimeterweise ausgewertet, wie der Raum an Bord am wirtschaftlichsten genutzt werden kann. Daraus entstand das Konzept, welche Ziele wir mit dem Schiff und für das Schiff erreichen wollen. Aus dieser Theorie-Phase wurden dann ganz von selbst Werftverhandlungen, Gespräche mit dem Architekten und schließlich die Bauphase. Dadurch kenne ich jetzt die ASTOR wie kaum jemand anderer.
SR-M:
Sie sprachen gerade von „wirtschaftlicher Nutzung“ für jeden Quadratzentimeter. Macht man da eine Gratwanderung zwischen der wirtschaftlichsten und der passagierfreundlichsten Lösung?
J. Dieckhöner:
Wir haben natürlich beide Aspekte in Betracht gezogen. Unter anderem wurden zwei Fragebögen entwickelt:
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