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Historisches Nadelöhr für US-Einwanderer: Ellis Island
Einwanderer-Gepäck auf Ellis Island
Halle im Einwanderer-Museum
werden vor ihren Augen die Bilder lebendig, die sie gerade im Museum von Ellis Island gesehen haben: Tausende von Einwanderern, mit Koffern, Säcken und Körben beladen, die der qualvollen Enge der Zwischendecks der sonst so prunkvollen Ozean-Liner entstiegen, und die sich hier zwecks ihrer offiziellen Einreise registrieren lassen mussten. Bis
1954 war jeder, der in die Neue Welt einwandern wollte, gezwungen, diese Quarantänestation zu durchlaufen. Und nicht wenige, die aus medizinischen oder sonstigen Gründen (etwa unverheiratete Mütter mit Kind) abgelehnt wurden, stürzten sich gleich über die Befestigungsmauer ins Meer. Ihre Hoffnungen waren zunichte.
Unwillkürlich sinken die Blicke hinab zu dieser Mauer. Heute sind auf ihrer über einen halben Meter breiten Krone Kupferplatten eingelassen, in denen die Namen aller hier registrierten Einwanderer eingraviert sind, kilometerlang. Mancher findet hier die Namen seiner Vorfahren wieder, die in die USA kamen und blieben.
Da, endlich! Das entfernte Tuten einer Schiffssirene beendet die Gedanken. Ein Passagierschiff läuft in den Hafen ein. Zaghafte Zweifel werden abgelöst durch die Wiedersehensfreude mit einer ebenso anmutigen wie wohlbekannten Silhouette: das ZDF-„Traumschiff“ MS DEUTSCHLAND. Fotoapparate werden startklar gemacht. Alle Anwesenden haben die Anreise auf eigene Faust gebucht: Flug, Hotel, Weiterfahrt per Schiff. Alle sind natürlich nur hier, um ein paar Fotos zu schießen. Und alle haben denselben Hintergedanken: Mal sehen, ob das gebuchte Schiff auch pünktlich kommt. Auf der Höhe der Freiheitsstatue ertönt noch mal markerschütternd das Schiffstyphon. Beruhigt löst sich die Gruppe auf.
Die einen schlendern zurück zum Einwanderer-Museum, andere geben sich dem amerikanischen Ritual des „Queueing up“(Schlangestehen) hin, um mit dem nächsten Boot nach Manhattan zu kommen. Noch immer machen an der Pier Clowns ihre Späße, haben Zauberer und Feuerschlucker in der Schlange der Wartenden ein ebenso dankbares wie fluchtunfähiges Publikum gefunden. Eine kleine Gruppe schlägt sich einige Querstraßen nach Norden durch, Richtung Wall Street. Und wenn einen schon seit der Überfahrt der Hunger plagt, fackelt man nicht lange, als ein großes, gelbes M zur Einnahme delikater amerikanischer Einheitsspeise einlädt.
Das Innere des Fastfood-Etablissements überrascht: Bei dem üblichen Speisenangebot zu gewohnten Preisen präsentiert es sich auf zwei Etagen gänzlich in rotem Marmor, der Finanz-
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