Schiffsreisen-Logo
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Die Montage muss verschoben werden, und dann gerät ein ganzer Ablauf ins Stocken, inklusive der nachgeschalteten Teppichverlegung, des Wandanstrichs und vieler Details, an die man beim Gang durch den Kabinengang gar nicht denkt: Lautsprecher, Sprinkleranlage, Beleuchtung, Feuermelder – alles das verbirgt sich ebenfalls im hochkomplizierten System, das kein Laie zu durchschauen vermag. Fatal sind, auch wenn man sie erst auf den zweiten Blick sieht, alle Dinge, die beim Kabinenein- oder umbau schief gehen, denn hier multipliziert sich jedes Detail bei einem 500-Passagiere-Schiff auf 250 Einzelfälle. Die Werft ist daher froh um jede Kabine, die sie abschließen kann, und die erst am Einschiffungstag wieder geöffnet werden muss.
Innenarchitekten Hans Sabert war, der das Schiff in den 80er Jahren ausgestattet hatte. Dennoch wurde auch die ASTOR vom Nicht-ganz-fertig-Syndrom in letzter Minute heimgesucht. Die NORWEGIAN EPIC kam etwas besser davon, aber auch sie hatte durch mehrere ungeklärte Brände während der Bauphase schwer zu kämpfen. Ganz übel getroffen hat es Sea Cloud Cruises. Der hohe Anspruch der neuen 5-Sterne-Segelyacht SEA CLOUD HUSSAR schränkte die Auswahl der Zulieferbetriebe stark ein, eine Insolvenz brachte Verzögerungen und schließlich die Pleite der Werft an sich. Zwar wird der Betrieb weitergeführt, aber die Vorbereitung weiterer Zahlungen in die richtigen Kanäle und die Qualitätssicherung kosten den Hamburger Auftraggeber unendlich viel Mühe – und Zeit. Heraus kommt in diesem Fall die für den Reeder und Reiseveranstalter unangenehmste Situation: Er kann derzeit nicht mehr sagen, wann sein Neubau nun dem Markt zur Verfügung stehen wird.
an den ersten zwei Abenden nur kalte Platten liefern kann, für die Passagiere bedeutet, und dem wirtschaftlichen Schaden, der dem Veranstalter entsteht, ein bisschen gerade zu rücken. Den Reeder oder Geschäftsführer, der sich bei kaltem Schweiß die Haare rauft, sieht der an Bord kommende Gast zwar nicht, aber glauben Sie mir: Während Sie sich über kleine Ärgernisse grämen, lacht er sich in solchem Falle keineswegs ins Fäustchen, denn dazu hat er wahrlich keinen Grund.
Dabei sind Neubauten noch die harmlosere Variante: Oft sind sie Serienfertigungen, von denen es bereits einen erfolgreichen Prototypen, befreit von allen „Kinderkrankheiten“, gibt, zumindest aber gibt es auf der Werft für jede technische Kleinigkeit einen Mitarbeiter, der sie im Detail kennt und im Griff hat. Anders bei Umbauten: Da gibt es manche böse Überraschung, wenn man den Teppich zurückschlägt oder Wandverkleidungen abnimmt. In unserem Interview mit Julia Dieckhöner, Team- und Projektleiterin beim Umbau der neuen ASTOR, können Sie lesen, wie wertvoll die Mitarbeit des 79jährigen
Manchmal kommen auch lustige oder skurrile Dinge dabei heraus, wenn irgend etwas nicht funktioniert – besonders, wenn es die Küche betrifft. Die betreffenden Redereien mögen mir die Plauderei aus dem Nähkästchen verzeihen: Bei der ersten Präsentation der PRIDE OF AMERICA konnte die Küche die anwesenden Journalisten noch nicht bewirten, so dass sie kurzfristig ins schicke Bremerhavener Fischrestaurant Natusch gebracht wurden – kaum einer hätte sich wohl ein solch extravagantes Abendessen auf eigene Kosten gegönnt. Und bei der Tauffeier der DELPHIN RENAISSANCE vor vielen Jahren fiel erst beim zweiten Hinsehen auf, dass die „Baked-Alaska“-Eistorten nicht aus der Küche, sondern aus der Requisite kamen und aus Schaumstoff waren...
Warum, liebe Leser, erzähle ich Ihnen das alles? Sicher, um Hintergründe zu erklären, die der normale Kreuzfahrtpassagier sich nicht unbedingt klarmacht. Aber auch, um das Verhältnis zwischen dem Ungemach, das eine fehlende Holzleiste überm Bett, ein provisorisch montierter Wasserhahn oder meinetwegen auch eine Küche, die
konnten. Wir aber standen vor der Frage: Nehmen wir Drehtermine, Schiffsbesichtigungen und Reisen wie geplant wahr und stellen damit sicher, dass wir Ihnen in den nächsten Editionen vom Schiffsreisen-Magazin und Schiffsreisen-TV wieder vollständiges, gutes Material zur Verfügung stellen können, oder befassen wir uns weiter mit dem sprichwörtlichen untergegangenen Topf, dem man bekanntlich nur noch den Deckel hinterherwerfen kann... Wir haben uns für ersteres entschieden, und ich hoffe, Sie freuen sich über die vorliegende neue Themenauswahl. Auch für die neue TV-Edition am 15.09. kann ich Ihnen schon interessante Themen versprechen.
Wenn Sie die schönen Sommertage daheim verbringen und unser Magazin nutzen, um virtuell zu verreisen, dann wünsche ich Ihnen viel Lesefreude im Deckchair, der nicht an Deck, sondern im Garten steht. Und wenn Sie in den hohen Norden, die Ostsee oder rund um England reisen, dann nehmen Sie meine besten Wünsche mit an Bord: Mast- und Schotbruch, und immer ein glückliches und gesundes Rolling Home!
Auch wir selbst, liebe Leser, Ihr Team vom Schiffsreisen-Magazin, bleiben von technischen Pannen nicht verschont. Eine solche hat die zurückliegende Edition arg gebeutelt. Ich möchte Sie an dieser Stelle persönlich um Entschuldigung bitten, dass Sie nur eine reduzierte Variante des Magazins lesen
Herzlichst,
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