oder passenden Bildern. Um den Eindruck vom Wohlfühlschiff komplett zu machen, erwartet auch im Fitness- und Beauty-Bereich ein freundliches Lächeln hinter der kleinen, halbrunden Theke. Griechische Statue, Pflege-Produkte, Grünpflanze, Terminkalender. Und ein paar Erklärungen, was es alles so gibt fürs körperliche Wohlbefinden. „Möchten Sie etwas reservieren?“ Enttäuschter Blick, als die Tagesgäste ablehnen müssen. „Aber schauen Sie doch ein andermal vorbei!“ Gerne...
Beim Eintritt ins Restaurant tauchen sie wieder auf, die Bullaugen in der Doppelreihe, die schon das äußere Bild der ATHENA prägen. Das Interieur ist eine Meisterleistung, denn es zeigt, wie man auch ohne große Panorama-Scheiben ein Restaurant mit bequemen,
schalenförmigen Armlehnenstühlen, kleinen Raffrollos und warmen Farbtönen gemütlich gestalten kann.
Die Überraschung aber ist die Speisekarte. Die Auswahl ist beachtlich, die Qualität der Verpflegung lässt keinen Zweifel offen, dass hier der Anspruch „vier Sterne“ heißt und auch erfüllt wird. „Nein, drei Sterne!“ kontert einer der Besucher, meint aber damit die Größe der Portionen, die ja bekanntlich mit steigendem Anspruch kleiner werden. Tatsächlich, die Teller sind „wohlwollend“ gefüllt. Das Menü hält eher deutsche Gerichte ebenso bereit wie Vorspeisen mit mediterranem Touch. Selten, dass die Küche beides schmackhaft zuzubereiten versteht. Hier gelingt auch das. Dazu gibt’s weißen oder roten Wein, und ein Blick in die Karte zeigt, dass die portugiesischen Tropfen, die zum Flair der Menüfolge
gut passen, durchaus erschwinglich sind.
Zwar hat man beim Rundgang mit Interesse das Büffet-Restaurant gesehen, wo es zum Frühstück und Lunch eine „schnelle“ Alternative gibt; dass aber an Seetagen jemand freiwillig auf die gediegene Atmosphäre des Restaurants verzichtet, ist schwer vorzustellen.
Zwischen Vorspeise und Suppe kommt sie, die Frage, die irgendwann kommen musste. Die nach der Geschichte der ATHENA. Horst Kilian, mit seinem Unternehmen Hansa Touristik mit Sitz in Stuttgart und Bremen der deutsche Anbieter der ATHENA und ihrer Flottenschwestern (oder flotten Schwestern? Die da wären: PRINCESS DANAE, PRINCESS DAPHNE, ARION und FUNCHAL) und seit
einem halben Jahrhundert mit der Kreuzfahrt verwachsen, lehnt sich behaglich zurück und erzählt, wie das Schiff 1994 sein heutiges Gesicht bekam, völlig entkernt wurde, um zunächst unter anderem Namen für unterschiedliche Veranstalter zu fahren. Es entsteht eine Pause. War da nicht noch was? Der Rumpf der ATHENA stammt aus einem früheren Schiffsleben und erklärt ihre klassische Form. Als schwedischer Transatlantikliner STOCKHOLM wurde sie gebaut, später als VÖLKERFREUNDSCHAFT für Kreuzfahrten eingesetzt. Anfang der 90er Jahre erkannte man die Qualitäten eines stabilen Schiffskörpers und baute sie völlig neu auf – mit modernen Accessoires und einem Hauch von Patina. So braucht Lady ATHENA nicht einmal zu mogeln, wenn sie ihr wahres Alter diskret verschweigt.