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Afternoon Tea
Um diese Zeit sind süße Leckereien zum Tee sehr beliebt. Wie schon die Duchess of Bedford, nimmt man kleine Kuchen(stücke), Fruchttörtchen und trockenes Gebäck wie Biskuits. Hinzukommen können schottisches Shortbread, Baiser und vor allem Scones, mit Milch und Eigelb gebackene Butterbrötchen. Zu letzteren wird „Clotted Cream“, eine dicke Sahne, gereicht – oder „preserves“ (eigentlich: Obstkonserven, i.d.R. aber schlicht Marmelade, nicht aber „marmelade“: Der englische Begriff bezeichnet ausschließlich die bittere Orangen- und Zitronen-Marmelade!). Die etwas ausgedehntere Variante, die für ein mehrstündiges Beisammensein vorbereitet wird, umfasst auch einige herzhafte
Häppchen, z.B. Pasteten, Sauerteigfladen mit Belag oder Sandwichs. Die gehen angeblich auf den spielsüchtigen Earl of Sandwich zurück, der von seinen Gefolgsleuten verlangte, ihm seine Speisen so zwischen Brothälften zu verpacken, dass er beim Essen sein Spiel nicht unterbrechen musste. Heraus kam das heute bekannte Sandwich, halbierte Toast- oder Weißbrotscheiben, zwischen die im klassischen Fall Gurke, Ei, Käse und Lachs gehören. Heute nimmt man auch Schinken, Hühnchenfleisch, Tomaten, Shrimps und allerlei andere kalte Speisen hinzu.
High and Low
Sicher zum Missfallen mancher, die diese Teevariante schätzen, bei der der Tee eigentlich eine untergeordnete Rolle spielt und „Sehen und Gesehen werden“ im Vordergrund stehen, ist das oben Beschriebene der „Low Tea“. Der „High Tea“ entstammt ursprünglich der Arbeiterklasse und war die Mahlzeit, die gereicht wurde, wenn die Männer von
der Arbeit kamen, also schlicht ein frühes Abendessen. Deshalb gibt’s den High Tea gegen 18.00 Uhr abends, und er umfasst als letzte Mahlzeit am Tag naturgemäß mehr deftige Speisen als der Nachmittagssnack. Deshalb greift mancher bei der Benennung seiner Tea Party, wenn sie üppig mit Speisen bestückt ist, zum Begriff „High Tea“ und merkt gar nicht, dass er sie damit in die unteren Bevölkerungsschichten verlegt.
Tee in Gesellschaft
Die Teekultur begann sogar die britische Gesellschaft zu verändern. Zum einen entwickelte sich in der viktorianischen Zeit das passende Entertainment zum Afternoon Tea, so zum Beispiel Alleinunterhalter mit Klavier, Geige oder Harfe, oder das „Tearoom Orchestra“. Gleichzeitig nahmen Familien, die über Privatgrund verfügten, den Tee draußen ein, wenn das Wetter es zuließ. Für die übrige Bevölkerung entwickelten sich „public tea gardens“, womit eine Liberalisierung der Gesellschaft einherging. Angehörige verschiedener
Klassen und beiderlei Geschlechts besuchten die Teegärten.
Fortentwicklung – Tee von heute
Abgesehen davon, dass die Begriffe ständig verwechselt werden und daher immer mehr verschmelzen, haben heute beide „Tea Times“ ihren Platz. Der High Tea wird auch in besseren Kreisen besonders geschätzt, wenn man eine Abendveranstaltung (Theater, Oper) plant. Zuvor ist es für ein Dinner meist noch zu früh. Die nachmittägliche Tea Party hingegen bietet sich immer an, wenn man eine kleine Feierlichkeit in ein bis zwei Stunden erledigt haben will, ohne gleich zum Dinner laden zu müssen (das in Großbritannien dann sehr stilvoll und opulent ausfällt). Der Nachmittagstee hat zudem den entscheidenden Vorteil, dass die Gastgeber sich ihren Gästen widmen können, da alle Speisen bereits vorbereitet werden können. Die Leckereien, die oft noch von Süßigkeiten abgerundet werden, bietet man entweder in Buffetform an, oder man stellt
Herzhaftes und Süßes wechseln ab
Auch wichtig: Stilvolles Teegeschirr
Fruchttörtchen lassen sich in unendlichen Variationen anbieten
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