Damaskus, Haifa und so was zum Ziel haben, vorsichtig zu sein - zu groß ist die Gefahr einer Routen-Änderung. Und was glaubt Ihr, wie die Reaktion war? Die junge Dame blickte verunsichert drein und bat mich um einen Weltatlas, um mal nachschlagen zu können, „wo das denn eigentlich alles ist“. Ich hab’ erst gedacht, das Mädel hätte das entscheidende Schuljahr vielleicht in den USA absolviert. Hat sie aber nicht. Am selben Abend flimmerte ein Fernsehquiz über den Bildschirm, wo nach Kap Hoorn und dem Kap der Guten Hoffnung gefragt wurde. Und was antwortete der Kandidat? „Na ja, man weiß zwar, dass beide am Ende unseres Kontinents liegen...“ Ich konnt’s nicht fassen - und habe mich erinnert, dass ich mal mit einer Berliner Erdkundelehrerin an Bord diskutiert habe, die partout nicht
glauben wollte, dass man auch im Juli durchaus eine Mitternachtssonne bewundern kann, wenn man sich denn weit genug nördlich des Polarkreises befindet. Ich hab damals sogar mit ihr gewettet - und gewonnen. Die Dame hatte seinerzeit keine Chance: Um Mitternacht wollte sie die Wette einlösen. Pech gehabt, die Uhren zeigten Sommerzeit. Ich habe dann um ein Uhr nochmal nachgesehen: Die Sonne war immer noch da... Mich beeindrucken geographische Fakten aber auch mächtig. In Brasilien hat man meiner Reisegruppe mal erklärt, welch mächtiger Strom der Amazonas sei: Um den leergepumpten Bodensee wieder mit Wasser zu füllen, brauchte er nur zwei Tage, während der Rhein sieben Jahre benötigen würde. Spontaner Kommentar einer Reiseteilnehmerin: „Das hab’ ich
gar nicht mitgekriegt, dass sie den Bodensee leergepumpt haben...“ Nee, Kinder...! Und auf jeder Reise in die Tropen warte ich jetzt förmlich schon auf den Ausruf, den ich von ahnungslosen Germanen ob der in Äquatornähe ohne nennenswerte Dämmmerungsphase gegen sieben Uhr abends hereinbrechenden Dunkelheit schon ein halbes Dutzend Mal gehört habe: „Wie kann es denn so früh dunkel werden - es ist doch so warm?!“ Pisa lässt grüßen... Und wer jetzt fragt, was denn Pisa damit zu tun habe - das sei doch nur eine Stadt in Frankreich - dem kündige ich die Freundschaft... Ehrlich!
Also, Ihr werdet's nicht glauben. Über kostenlose Werbung freut sich wohl jeder, nicht wahr? Aber die „Traumschiffe“ auf den Weltmeeren umso mehr, sind doch meist das Budget und die Zielgruppe so begrenzt, dass sich eine groß angelegte Werbekampagne im Fernsehen nicht rechnet. Und da können sich die beiden Damen Deilmann glücklich preisen: Seit dem ersten Tag ihres Schiffslebens lässt das ZDF die DEUTSCHLAND zur besten Sendezeit über den Bildschirm kreuzen, wobei nicht einmal der Name verdeckt wird. Genau das scheint aber eine überlegenswerte Idee zu sein, denn die Qualität der Geschichten, mit denen die Seifenopern gefüllt werden, gleiten immer mehr auf das Niveau einer „Schmierseifen-Operette“ ab. Wenn ich meine Kunden so schnacken hör’, dann scheint mir, es gibt genügend einfach gestrickte Gemüter, bei denen die Geschichten von Intrigen, Sabotage und Kleinkriminalität als bare Realität
ankommen. Wie eine Folge von „XY ungelöst“. Hedda und Gisa Deilmann haben es schon vor Jahren in einem Interview gesagt: Zuschauer schreiben ihnen biswelen, mit einem Schiff, wo so etwas an Bord passiert, würden sie niemals fahren. Vielleicht gilt ja für die unfreiwillige Werbung dasselbe, was ich mal einen Chief Engineer zu seinem Schiffsjungen sagen hörte, der allzu eifrig rostige Schrauben festzog: „Nach fest kommt ab!“ Will heißen, man sollte rechtzeitig aufhören…
Und zu guter Letzt...
... hab ich nicht schlecht gelacht über das Pärchen, das einen total stress- und nachrichtenfreien Relax-Urlaub auf La Gomera gemacht hatte und am letzten Tag bei der Fluggesellschaft anrief, um sich den Rückflug bestätigen zu lassen. Die Gesichter waren zum Schießen, als sie in Zeitlupe den Hörer auflegte: „Du, die wollen uns veräppeln – die fliegen angeblich nicht wegen irgendeiner Aschewolke...“