Schiffsreisen-Logo
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geführt. Von dort aus lässt sich das Problem auf dem Landweg zwar beschwerlich, aber zufrieden stellend lösen. Wer sein Schiff schon auf Nordkurs gebracht hat und vom europäischen Festland ablegt, hat Glück, es sei denn, er entdeckt auf der Passagierliste Kunden aus Großbritannien oder Übersee.
Verlängerung an Bord anzunehmen und dazu über die nötige Zeit verfügt, der hat’s gut. Wer zu den 900 Passagieren gehört, die mit AIDA von Mallorca via Fähre nach Marseille gebracht und per Bus nach Deutschland befördert wurden, ist vielleicht schon nicht mehr die Glückseligkeit in Person, wird aber nach kurzem Murren zugeben müssen, dass alles Menschenmögliche für seine glückliche und „schnelle“ Heimkehr getan wurde. TUI-Cruises weist darauf hin, dass man auch auf der MEIN SCHIFF für einen kleinen Obolus die Reise verlängern konnte. Sogar um jene Passagiere, die keine Abreise gebucht hatten, kümmerte man sich (gegen Bezahlung freilich) bei der zentralen Organisation des Heimtransports gleich mit. Passagiere der DELPHIN VOYAGER kamen von sich aus glimpflich davon: Statt ihres zweitägigen Vorprogramms in der Felsenstadt Petra gab’s nur den normalen Tagesausflug. Aber auch solche Änderungen und Umbuchungen wollen organisiert sein, und das ist besonders schwierig, wenn nicht – wie etwa bei einem Defekt am Schiff – nur ein Veranstalter betroffen ist, sondern sich alle gleichzeitig um Bus- und Bahnplätze bemühen. Zudem weiß keiner der fleißigen Helfer, wann das soeben ausgearbeitete Konzept wieder Makulatur ist – sei es, weil die Flughäfen wieder öffnen, oder weil sich die Katastrophe noch auf andere Flughäfen ausweitet.
Eines aber berichten alle Veranstalter übereinstimmend: Die Kundenbindung, ihre Zufriedenheit und ihr Lob für das Krisenmanagement waren durchweg positiv. Einige sprechen sogar von einem Werbe-Effekt, der dem Unternehmen zugute kommen kann, waren doch die Reisenden glücklich, dass sie sich gut umsorgt fühlten, ständig über den Fortgang der Dinge informiert wurden, und man ihnen mindestens eine Lösung des Problems oder sogar mehrere zum Aussuchen anbot. In diesem Fall hat jeder Kunde erkannt, dass Höhere Gewalt zugrunde liegt, und dass der Veranstalter für diese Entwicklung nun wirklich nichts kann (bei Havarie, selbst bei starkem Seegang sieht das oftmals anders aus).
Nach der Grobanalyse begann für die betroffenen Veranstalter die mühevolle Kleinarbeit, zu recherchieren, wie nun jeder Einzelne am besten nach Hause gebracht werden kann. Wohl dem Reisenden, der ein An- und Abreise-Arrangement über den Veranstalter gebucht hat. Die Billigflieger-Kandidaten hatten in diesem Fall das Nachsehen. Ich habe an ähnlicher Stelle schon einmal darauf hingewiesen, dass einer privat gebuchten An- und Abreise stets ein erhöhtes Risiko innewohnt, für das man eigentlich zum Preis etwas hinzukalkulieren muss (womit der Billigflieger oftmals nicht mehr billig ist, denn wer zehnmal günstig fliegt und einmal kostspielig „strandet“, hat unterm Strich nichts gespart).
Natürlich ist die komfortable Abwicklung immer auch eine Frage des Geldbeutels. Wer es sich leisten kann, auf einem der Schiffe von Hapag-Lloyd (betroffen waren HANEATIC und COLUMBUS) das Reederei-Angebot eines günstigen Nachprogramms oder einer
Natürlich gibt es aber auch Dinge, die sich hinter den Kulissen abspielen, unsichtbar für den Endverbraucher, die aber die Entwicklung des Marktes entscheidend betreffen. So musste ein deutscher Veranstalter seinen Auslandsflug, der ihn zu Verhandlungen um einen Chartervertrag für ein neues Schiff bringen sollte, absagen (bzw. die Absage seitens der Fluggesellschaft einstecken, denn in solchem Falle sind plötzlich alle Reisenden gleich, egal, ob sie zu ihrem Vergnügen oder zu wichtigen Terminen unterwegs sind). Wenn dann ein anderer Interessent schneller wäre, hätte der Ausfall des Fluges erhebliche Konsequenzen, von denen Sie freilich nichts merken, denn Sie erführen dann nie, dass es einen solchen geplatzten Termin gegeben hat.
Die beeindruckendste Entscheidung hat Celebrity in Bezug auf die neue ECLIPSE getroffen. Natürlich nicht,
ohne auf den PR-Effekt zu schielen. Statt mit geladenen Gästen auf eine zweitägige Kreuzfahrt von und bis Großbritannien zu gehen und sich dann dort taufen zu lassen, entschloss sich die Schiffsjungfer zu einer beeindruckenden Hilfsaktion und lief nach Spanien aus, um dort gestrandete britische Urlauber heimzuholen auf die Insel. Die Reederei bat bei den Taufgästen, die das Nachsehen hatten und erst am Tauftag selbst willkommen geheißen werden konnten, um Verständnis – schnelle Hilfe für die in Bilbao festsitzenden Reisenden sei jetzt wichtiger als die geplante Gästefahrt. Leicht zu erraten, dass die Heimgeholten nicht nur die hilfreiche Geste der Rederei in guter Erinnerung behalten werden, sondern auch manch einer zum ersten Mal den Fuß auf Schiffsplanken gesetzt hat und die Vorzüge eines Kreuzfahrtschiffes entdecken konnte. Nachteile dürften der Reederei aus der Aktion kaum entstanden sein.
Ihnen, liebe Leser und Kreuzfahrer, wünsche ich mit meinem Team einen guten Start in den Kreuzfahrtsommer – wenn Sie ab Kiel, Warnemünde oder Bremerhaven reisen, dürfte keine Wolke Ihre Heimkehr verhindern. Und wenn Sie genug „Asche“ haben, dann bleiben Sie doch einfach an Bord...
Herzlichst,
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