Deutsche Touristen, mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Amazonas unterwegs, fahren mit Schlauchbooten auf einem Nebenarm zu einem Dorf. Für die Kinder haben sie kleine Geschenke und Süßigkeiten dabei, auch Kugelschreiber sind sehr begehrt. Alles wird begeistert angenommen.
Aber man möchte nicht nur nehmen, sondern auch etwas zurückgeben.
Den Touristen werden Papageien, Äffchen und Faultiere angeboten. Jeder hat hier solche Haustiere in seiner Hütte. Die Tiere sind niedlich, aber die Touristen versuchen klarzumachen, dass sie solche „Souvenirs“ nicht mitbringen dürfen und bei der Einreise am Flughafen erhebliche Probleme mit dem Zoll bekommen würden.
Jetzt treffen zwei Welten aufeinander. Die Einheimischen können und wollen nicht glauben, dass sich irgendeine Behörde dafür interessieren könnte, ob man sich ein Tier hält und woher man es hat. In ihrer Vorstellung – und auch in der hiesigen Praxis – funktioniert das so: Wer gern einen Papagei haben möchte, der fängt sich einen. Es sind schließlich genügend da - wer könnte etwas dagegen haben?
Ein Ausweg muss gefunden werden. Früchte wachsen reichlich, die werden gern angenommen. Die Kinder klettern
wie die Äffchen in die Bäume, um Mangos und Sternfrüchte zu pflücken. Die Touristen kennen dieses Obst, aber wie gut es schmecken kann, wenn es am Baum ausreifen konnte, das merken sie erst jetzt. Die Harmonie ist wieder hergestellt.