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Passage der Tejo-Brücke
Haus- und Wohnungsbesitzer kennen es zur Genüge: Alle paar Jahre wieder müssen die vier Wände auf Vordermann gebracht werden. Wände neu gestrichen, neuer Fußbodenbelag verlegt – das dauert meist nur ein paar Tage; dennoch steht das Haus Kopf. Auch bei Kreuzfahrtschiffen stehen regelmäßig Überholungsarbeiten an, doch dabei ist es in der Regel nicht mit ein paar Pinselstrichen getan. Zumal bei solch einer Renovierung auch der gesamte technische Bereich mit Maschinen- und Antriebstechnik betroffen ist. Zudem müssen in kürzester Zeit verschiedene
Handwerker in einem Bereich des Schiffes gleichzeitig fertig werden. Auch wenn man es nicht für möglich hält, alle Arbeiten werden (meist) fristgerecht fertig gestellt.
So traf auf der portugiesischen Reparaturwerft Naval Rocha in Lissabon Anfang November der mittlerweile zwanzig Jahre alte 5-Sterne-Kreuzfahrer SEABOURN SPIRIT ein, um dort für einen nicht genannten, vermutlich sechsstelligen Betrag umfangreich aufgefrischt zu werden. In den letzten Jahren wurden die regelmäßigen Überholungsarbeiten meist auf der Sembawang Werft in Singapur durchgeführt; nun wurde erstmalig die Werft der portugiesischen Hauptstadt angesteuert. Auf dem Arbeitszettel stand die Überholung sämtlicher öffentlicher Bereiche, der beiden Suiten und eines Großteils der insgesamt 106 bis zu 27 Quadratmeter großen Außenkabinen. Das für die amerikanische Seabourn Cruise Line verkehrende, 133 Meter lange Kreuzfahrtschiff machte nach Abschluss der diesjährigen Mittelmeersaison am Kreuzfahrtterminal Rocha Conde de Óbidos in Lissabon fest. Nachdem alle Passagiere, vornehmlich amerikanische Gäste, am Morgen gegen 9.00 Uhr das Schiff verlassen hatten, gingen die ersten Arbeiter an Bord und machten sich zusammen mit den Besatzungsmitgliedern ans umfangreiche
Werk. Zuerst wurden alle Teppiche, Vorhänge und Gardinen entfernt; Geschirr und Mobiliar, das nach dem Umbau wieder benötigt wurde, musste in Transportkisten verstaut werden. Die Gegenstände, die an Bord blieben, wurden mit Schutzfolie beklebt. Um die Mittagszeit herrschte für den Laien schon das totale Chaos an Bord, aber die Fachleute hatten im Vorfeld alles gut geplant. Kurz darauf legte das Schiff ab mit Kurs auf den direkt angrenzenden Werftbetrieb Naval Rocha. Dort war das größte der insgesamt vier Trockendocks für 14 Tage gebucht. Innerhalb kürzester Zeit veränderte sich das bis dahin eher beschauliche Werftgelände in einen turbulenten Betrieb. Rund 100 Crewmitglieder und weitere 400 Mitarbeiter von weltweiten Zulieferbetrieben nahmen das Gelände
und das Schiff schon nach kurzer Zeit in Beschlag. Tage zuvor wurden aus allen Erdteilen die für die Umbauarbeiten notwendigen Ersatzteile, Teppiche, Stoffe und Arbeitsgeräte in über zwanzig Containern angeliefert, da fast alle Bereiche des Schiffes überholt wurden.
Abfallcontainer, Autokrane, Gabelstapler und Schweißbrenner bestimmten zunächst das Geschehen auf dem Werftgelände. Mehrmals täglich trafen sich alle Handwerker in einem großen Zelt auf dem Gelände, wo sie mit Speisen und Getränken versorgt wurden, denn das Restaurant an Bord stand aufgrund der Umbauarbeiten nicht zur Verfügung. Die meisten Handwerker konnten während der Arbeiten nicht an Bord übernachten, denn auch die Kabinen wurden überholt. Zudem blieb
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