Schiffsreisen-Logo
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Die Mitternachtssonne legt sich wie ein goldener Schleier über die Eisberge. MS »Astor« kreuzt an dieser farbenfrohen und facettenreichen Küste. Die größte Insel der Welt! Als Jugendlicher war sie für mich unerreichbar. Aber geträumt hatte ich von ihr: Grönland, „Kalaallit Nunaat“!
Leinen los in Bremerhaven
Endlich kann ich meinen Wunsch verwirklichen: Eine faszinierende Reise mit dem kleinen, aber sehr feinen Kreuzfahrtschiff »Astor« wartet auf mich. Über die Inselgruppe der Orkneys und der Färöer, wo wir uns je einen ganzen Tag aufhalten werden, geht es direkt nach Südgrönland. Die Seetage vergehen wie im Flug, da wir von ausgezeichneten Lektoren,
Universitätsprofessoren zumeist, durch interessante länderkundliche Lichtbildervorträge über Entdeckung, Klima, die Arktis, Mythen des Meeres, Ökologie, Fauna, Flora, Fische, Vögel und Säugetiere bis zur Vorstellung der Landausflüge sehr gut vorbereitet wurden. Auf eine ganz wichtige Tatsache wurde mehrmals einprägsam hingewiesen: Das Eis erzählt uns, was wir machen müssen! Und dieses Eis wird unsere Fahrtroute der kommenden Tage bestimmen. Nicht wir.
Geographie, Natur und Klima
Die Fläche beträgt 2 175 600 qkm, Nord-Süd-Entfernung 2.670 km, Ost-
West-Ausdehnung 1.050 km an der breitesten Stelle. Nur 56 200 Einwohner
zählt die Bevölkerung, die mit dänischen Kronen bezahlt. Politisch gesehen ist
Grönland ein eigener Staat innerhalb des Königreichs von Dänemark. Die Uhr
wird in Südgrönland gegenüber der Mitteleuropäischen Sommerzeit bereits um vier Stunden zurückgestellt. Rund 81% der Fläche sind mit Eis bedeckt. Das Inlandeis erreicht eine Dicke von über 3.000 Meter, und nur die Küstengebiete sind teilweise eisfrei. Der Eisverlust hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht.
Die Arktis ist eine Welt von atemberaubender Schönheit. Mit Ihrer mächtigen Natur aus Gletschern, Fjorden, dem glasklaren Eiswasser und dem Fischreichtum hält sie 30% der Reserven an Süßwasser. Die Inuit lernten, sich mit der Natur zu
arrangieren, denn auch die Wetterbedingungen sind extrem in einer der rauesten Regionen der Welt. Im arktischen Sommer, nördlich des Polarkreises, geht die Sonne nie unter. Sie taucht ganze Regionen in warmes und zugleich sanftes Licht. Der Tag hat kein Ende, so dass der Reisende seine Uhr ruhig im Koffer lassen kann. Das farbenprächtige Polarlicht ist in den Wintermonaten zu sehen. Das Thermometer zeigt im Sommer maximal +10 Grad an. Wer in den Wintermonaten kommt, muss mit bis zu klirrenden –40 Grad rechnen. Ein klimabestimmender Faktor sind die Meeresströmungen.
Südgrönland
Am Morgen des siebten Reisetages sehe
Die »Astor« auf Nordlandkurs
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