Die »Amadea« hat ihre erste Berührung mit dem Schwarzen Kontinent hinter sich. Ein mehr als eigenwilliger Landgang in einem Land, das eine sehr andere Auffassung von Gastfreundschaft gegenüber Touristen hat, als Kreuzfahrer dies gewohnt sind, lässt die Reisenden an Bord mit gemischten Gefühlen den nächsten Hafentagen entgegen blicken. War Guinea eine Ausnahme? Was bleibt, ist die Gute Hoffnung. Jedenfalls am Kap.
Wir schreiben den 26. September. Der Himmel hängt grau und stark bewölkt über dem Meer. Noch ist Regenzeit an dieser westafrikanischen Küste. Aber 24° Wärme zeigt das Thermometer doch
schon um 7 Uhr.
Wir haben 3 500 m Wassertiefe unter uns, über die wir mit knapp 17 Knoten bei Seestärke 3 durch leichte graue Wellen ziehen. Unser Ziel in 370,8 Seemeilen Entfernung ist Tema, unser Hafen in Ghana. Seit unseren merkwürdigen Erfahrungen in Conakry/Guinea haben wir 677 Seemeilen hinter uns gebracht und wir fragen uns, was die 2,3 Millionenstadt Accra, das Tor zu Ghana, für uns bereit hält, deren düstere Vergangenheit als Zentrum des Sklavenhandels uns bekannt ist. Schon 1957 in die Unabhängigkeit entlassen, gilt Ghana heute als einer der aufstrebenden,
stabilen Staaten Afrikas.
Ein zweiter Seetag liegt noch vor uns mit Kurzweil oder ganz einfach Relaxen an Bord, mit Nichtstun – Seele baumeln lassen! Die Wolken, die sich immer öfter auflockern, die Sonne durchlassen, den Regen vertreiben, geben uns wenig von der Regenzeit zu spüren. Hinzu kommen die bedrückenden Nachrichten von der entsetzlichen Dürre in Kenia, die wir mit Sorge aufnehmen, dazu die Bilder von den zu Hunderten verendeten Tieren, die verhungert und verdurstet in der Steppe liegen. Sie lassen uns nicht schlafen. Seit 60 Tagen kein Regen, die Not dort, wo unsere Reise uns auch noch hinführen wird, muss unbeschreiblich sein.
Einen nachdenkenswerten Vortrag in der Atlantik-Lounge höre ich aufmerksam am Vormittag. „Für die